Weise Ware

Gedichte



  Hingelalltes im Nachtwind 
ist mehr als alle Bücher der Weisheit.


Herzlich Willkommen in der virtuellen Galerie meiner bescheidenen Versfabrik. Hier finden Sie eine Auswahl von lyrisch komischen Gedichten, die Postkarten der HotsPOTT-Collection sowie meine aktuelle Glosse Neues aus Kräwinkel.

Die Postkarten und mein Buch  Weise Ware  sind per Email zu bestellen. Viel Vergnügen wünscht:

                                         
                                               
T. Krawinkel



Reimlos glücklich ...


Man hebt hier und da eine Kastanie auf,

hält für Momente den Atem an

und geht am Weekend zum Wochenendkauf,

wenn man sich’s gerade noch leisten kann. 

Am Morgen steigt man heraus aus dem Bett

und abends legt man sich nieder.

Das ist ja im Grunde auf jeden Fall nett,

nur, dann wiederholt es sich wieder.

Das Leben, es  fließt in beschaulichen Bahnen.

Man treibt so von Kissen zu Kissen.

Nur manchmal würde man gerne was ahnen,

den Sinn von allem irgendwie wissen.

Warum überhaupt:  De r  M e n s c h

und gerade jetzt und wir...?!

Aber dieses Wort hat keinen Reim – –

Ach, doch! Jetzt weiß ich einen: Tier!! 

Wir sind ja nur eine Spezies,

also eine unter ganz vielen.

Wie schön das ist, fast luxuriös,

so gar keine Rolle zu spielen ...

Ein wahrer Segen, da atme ich auf,

und schleiche ein bisschen spazieren.

Dann geh ich noch zum Wochenendkauf.

(Nur um das Weekend zu verzieren.)






Manchmal


Manchmal fahr ich Bus,
nur der Stille wegen – nicht weil ich muss.
Im Trott vertrauter Haltestellen
laufen die Gedankenwellen
aus.

Manchmal fahr ich Bahn,
nur des Ruckelns wegen – ohne Plan.
Wenn der Zug über die Gleise gleitet 
hat sich schon mancher Blick geweitet
daraus.

Manchmal fahr ich Rad,
nur des Rollens wegen - nicht als Tat.
Wenn man so durch die Landschaft treibt...
Wie ein Stift, der schreibt:
S a u s !

Manchmal schreib ich ein Wort,
nicht des Sinnes wegen  – nur als Sport.
Eine Artistik der Hände... 
Gedicht zu Ende:
A P P L A U S !






Credo


Der Poet
ist einer, den man nicht versteht:
       H ö l d e r l i n .

Der Lyriker
macht mir das Lesen schwer:
       D o m i n .

Der komische Dichter
schreibt schon schlichter:
      L e g i t i m !






Höhere Mathematik


Ein viertel Morgenstern und drei Ringelnätze
geteilt durch die Gernhardtschen Lyriksätze,
mal der Wurzel aus Kant, Holz und Fichte:

Das ergibt...? Richtig! – Meine Gedichte!







Un-Wetter


Das ist der Regen, 
da will man ins Bett sich legen.

Das ist der Hagel,
der trifft dich wie ein Nagel.

Das ist der Sturm,
der biegt dich wie einen Wurm.

Das ist der Nebel,
für den fehlt mir der Faible.

Das ist der Frost,
der treibt dich in die Tiefkühlkost.

Das ist das Wetter,
da wird man fauler und fauler und – nimmt zu...




Gott und so


Hier mit Gott und so –
welch schwer beladenes Wort!
So viele Farben hat das Trikot.
Immer komplizierter wurde der Sport.

Das Leben ist doch schon schwer genug.
Und dann muss man noch richtig glauben!
Wer behauptet mit Recht und Fug:
So schmecken die guten Trauben!

Man ist wohl auf sich selbst gestellt
bei der Suche nach Glück oder Gott,
immer streifend durch Wald und Welt
als Fragezeichen: hüh oder hott?

The answer jedoch, is blowin’ in the Wind
und das möchte kein Mensch hören.
Logisch wie wir beschaffen sind,
woll'n wir auf Gewissheit schwören.

Hier mit Gott und so,
hab ich jetzt aufgehört drüber zu grübeln.
Fragen ist sowieso die Mutter von allen Übeln.














                                                         (dritte Runde :-))